Rébecca Chaillons provokante Performance feiert rauschende Premiere in Wien
Niklas NeumannRébecca Chaillons provokante Performance feiert rauschende Premiere in Wien
Eine mutige neue Performance der französischen Künstlerin Rébecca Chaillon feierte bei den Wiener Festwochen in Wien Premiere. Unter dem Titel „Die Parabel der Säure“ – angelehnt an den französischen Originaltitel „La Parabole du Seum“ – verweist der Name bereits auf die scharfe, ätzende Energie der Show.
Das fast dreistündige Stück präsentiert sieben Schauspieler:innen in buttergelben Roben, die auf der Bühne mit Butter hantieren, sich gegenseitig mit Gelee einreiben und in grotesken, absurden Szenen über den Boden rollen. Im Zentrum der Aufführung steht eine Waage, während die Darsteller:innen sich für ihre Körper entschuldigen und Dynamiken aus Weight-Loss-Shows nachspielen.
Die Schauspielerin Julie Teuf verteilt Butter an das Publikum, lädt zum Kostproben ein und verlost Lebensmittel. Den Höhepunkt bildet eine Szene, in der die Performenden Bodybuilder-Posen einnehmen – eine ironische Umdeutung des „größten Verlierers“ zum „größten Poser“.
Chaillon, in Frankreich eine Kultfigur, die sich in ihren Werken mit Diskriminierung und Identität auseinandersetzt, lässt sich von Octavia Butlers Roman „Parable of the Sower“ (dt. „Parabel der Säerin“) inspirieren. Die Performance lotet Themen wie Glauben, Körperakzeptanz und die Erfahrungen dicker Menschen aus, einschließlich physischer Gewalt und des Kampfes mit dem eigenen Körperbild.
Mit provokanter Theatralik stellt das Stück gesellschaftliche Wahrnehmungen von Körper und Selbstwert infrage. Es hinterlässt beim Publikum ein eindringliches Gefühl für die behandelten Themen – von gesellschaftlichem Druck bis hin zu persönlicher Ermächtigung.






