Reform der Regionalliga entfacht heftigen Streit unter Fußballvereinen
Jonas KrausReform der Regionalliga entfacht heftigen Streit unter Fußballvereinen
Vorschlag zur Regionalliga-Reform löst scharfe Kritik aus
Ein geplanter Reformvorschlag für das deutsche Regionalliga-System hat bei Vereinen und Funktionären heftigen Widerstand ausgelöst. Das sogenannte Regionalmodell, das eine Neuordnung der Ligen vorsieht, wurde von führenden Persönlichkeiten des Fußballs als "schlechter Scherz" und "völlig realitätsfremd" bezeichnet. Kritiker werfen dem Konzept vor, es ziele ungerechtfertigt auf bestimmte Staffeln ab, während praktische Bedenken ignoriert würden.
Das Regionalmodell, das von einer Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform ausgearbeitet wurde, sieht vor, die Nord-, Nordost- und Bayern-Staffeln zu zwei Ligen zusammenzulegen. Die West- und Südwest-Staffeln blieben dagegen unverändert. Dieser Ansatz stößt auf massive Ablehnung: Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), bezeichnete die Pläne als "Bestrafung" für Vereine, die sich kritisch geäußert hätten.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, wies den Vorschlag als "schlechten Scherz" zurück und kritisierte, was er als "alarmierende Fehleinschätzungen" von Verantwortlichen in den Gremien des deutschen Fußballs bezeichnete. Toni Wachsmuth, Geschäftsführer von 1. FC Lokomotive Leipzig, verteidigte die Nordost-Regalliga als die wettbewerbsintensivste und zuschauerstärkste Staffel mit traditionsreichen Vereinen und einer starken Fanbasis.
Als Alternative wird das Kompassmodell diskutiert, das von rund 70 Vereinen der Initiative Aufstiegsreform 2025 unterstützt wird. Es sieht eine jährliche Neuordnung der vier Staffeln nach Reiseentfernungen vor. Winkler hält diesen Ansatz für gerechter, während Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne, warnt, das Regionalmodell werde die Spaltung im Fußball vertiefen. Trotz der Kontroversen hält die Arbeitsgruppe weiterhin einstimmig an einer Vier-Staffel-Struktur fest, um allen Meistern den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen.
Die Debatte um die Regionalliga-Reform bleibt ungelöst. Während Vereine und Funktionäre das Regionalmodell entschieden ablehnen, setzen Befürworter des Kompassmodells auf ein System, das Reiseeffizienz und Fairness in den Vordergrund stellt. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie Deutschlands Unterbau ab 2025 strukturiert sein wird.






