16 March 2026, 10:17

Sachsen-Anhalt verliert Fachkräfte: Warum immer mehr Pendler das Land verlassen

Eine detaillierte Karte von Karlsruhe, Deutschland aus dem Jahr 1900, mit Text und umfassender Stadtübersicht.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Sachsen-Anhalt verliert Fachkräfte: Warum immer mehr Pendler das Land verlassen

Rund ein Fünftel der Erwerbstätigen aus Sachsen-Anhalt pendelt mittlerweile in andere Bundesländer, um dort zu arbeiten. Im Juni 2025 verließen etwa 148.000 Beschäftigte das Land für ihren Arbeitsweg – ein leichter Rückgang um rund 600 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten von ihnen sind Fachkräfte aus Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe, dem Einzelhandel, dem Transportwesen und dem Baugewerbe.

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Die Mehrheit der Pendler zieht es in die Nachbarbundesländer Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Gleichzeitig arbeiten etwa 75.700 Menschen aus anderen Regionen in Sachsen-Anhalt – eine leicht gesunkene Zahl. Davon kommen rund 5.400 aus dem Ausland.

Wirtschaftliche Zwänge treiben diese Entwicklung maßgeblich voran. Traditionelle Industrien in Sachsen-Anhalt, darunter die verarbeitende Industrie und die Chemie, sind in den vergangenen Jahren geschrumpft. Die Arbeitslosenquote blieb mit durchschnittlich 7 bis 8 Prozent zwischen 2020 und 2025 hoch, während die Löhne unter denen in Nachbarregionen wie Sachsen oder Berlin liegen. Viele Beschäftigte suchen daher Arbeit in gefragten Bereichen wie der Automobilproduktion, der Logistik oder IT-Dienstleistungen.

Auch demografische Verschiebungen spielen eine Rolle. Sachsen-Anhalt hat eine überdurchschnittlich alternde Bevölkerung mit einem Medianalter von etwa 48 Jahren – dem höchsten in Deutschland. Jüngere Arbeitnehmer, insbesondere die 25- bis 40-Jährigen, wandern häufig ab, weil es vor Ort zu wenige Perspektiven gibt. Mit einem jährlichen Wanderungsverlust von etwa 10.000 Menschen zwischen 2015 und 2025 pendeln viele qualifizierte Fachkräfte heute täglich oder wöchentlich in Städte wie Leipzig, Dresden oder Berlin, um in Bereichen wie Ingenieurwesen, Gesundheitsversorgung oder anderen Branchen zu arbeiten.

Die Gesamtzahl der grenzüberschreitenden Pendler nach und aus Sachsen-Anhalt ist leicht zurückgegangen. Während weiterhin qualifizierte Arbeitskräfte für besser bezahlte Stellen in die Nachbarregionen abwandern, kommen weniger Menschen aus anderen Gebieten ins Land, um hier zu arbeiten. Der Trend spiegelt sowohl wirtschaftliche Herausforderungen als auch anhaltende demografische Veränderungen wider.

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