17 March 2026, 20:15

Schweitzer fordert Merz zum Handeln für die kämpfende Chemieindustrie auf

Balkendiagramm, das die europäischen Kunststoffmarkttrends im Jahr 2017 veranschaulicht, mit begleitendem erklärendem Text.

Schweitzer fordert mehr Engagement von Merz für chemischen Dialog - Schweitzer fordert Merz zum Handeln für die kämpfende Chemieindustrie auf

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat Bundeskanzler Friedrich Merz aufgefordert, stärkeren Einsatz für die kämpfende deutsche Chemieindustrie zu zeigen. In einem direkten Schreiben kritisierte Schweitzer Verzögerungen bei der Umsetzung der Chemie-Dialog-Initiative der Bundesregierung und warnte, dass Untätigkeit die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors gegenüber internationalen Konkurrenten gefährde.

Das Chemie-Dialog-Programm, das ab Januar 2026 subventionierte Industrie-Strompreise einführen soll, zielt darauf ab, die Kosten für die Hälfte des Verbrauchs berechtigter Unternehmen auf 5 Cent pro Kilowattstunde zu deckeln. Dies stellt einen deutlichen Rückgang gegenüber den aktuellen Sätzen von 14,5 bis 18 Cent pro Kilowattstunde dar – wenn auch Steuern und Abgaben um 0,295 Cent (6,28 %) gestiegen sind. Trotz dieser Entlastung zahlen europäische Wettbewerber wie Frankreich oder die Niederlande nach wie vor deutlich höhere Preise ohne vergleichbare Subventionen, was deutsche Unternehmen im Vergleich zu US-amerikanischen und chinesischen Produzenten benachteiligt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Schweitzers Frustration beschränkt sich jedoch nicht auf die Strompreise. Er warf Wirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, zu langsam auf die explodierenden Spritkosten reagiert zu haben, und betonte, dass Pendler und kleine Betriebe bereits "einen empörend hohen Preis" für die zögerliche Haltung der Regierung gezahlt hätten. In seinem Schreiben verwies er zudem auf anhaltende Lieferkettenstörungen – verschärft durch den Iran-Konflikt – sowie stark gestiegene Rohstoffkosten, die besonders die Baustoffbranche hart treffen.

Im Koalitionsvertrag war Deutschland als führender europäischer Standort für Chemie, Pharmazie und Biotechnologie vorgesehen. Doch Schweitzer monierte, dass selbst bei beschlossenen Maßnahmen die Bundesregierung zaudere und die Industrie damit in der Schwebe halte.

Mit seinem dringenden Appell setzt Schweitzer Kanzler Merz unter Druck, die Unterstützungsmaßnahmen zu beschleunigen. Die Zukunft der Chemieindustrie hängt davon ab, ob der Chemie-Dialog seine Versprechen zur Kostensenkung bis 2026 einlöst. Ohne schnelleres Handeln riskiert Deutschland, in Schlüsselbranchen weiter an Boden gegenüber der internationalen Konkurrenz zu verlieren.

Quelle