Softwarekonzern kämpft nach 1E-Übernahme mit Kurssturz und Integrationsproblemen
Niklas NeumannSoftwarekonzern kämpft nach 1E-Übernahme mit Kurssturz und Integrationsproblemen
Ein großer deutscher Softwarekonzern hat ein turbulentes Jahr hinter sich, seit er 2024 das britische Unternehmen 1E übernommen hat. Zwar verzeichnete das Kerngeschäft mit Unternehmenslösungen ein kräftiges Wachstum, doch der Aktienkurs stürzte innerhalb von zwölf Monaten um fast 65 Prozent ab und erreichte mit 4,48 Euro ein 52-Wochen-Tief. Für 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem stagnierenden Umsatz – auch wegen der anhaltenden Integrationsprobleme.
Die Übernahme von 1E gestaltete sich schwieriger als erwartet. Betriebsstörungen und der Verlust wichtiger Führungskräfte bremsten die Fortschritte, was zu einem prognostizierten Kundenverlust von 8 Millionen Euro im frühen Jahr 2026 führte. Gleichzeitig stieg die Abwanderungsrate bis Ende 2024 auf 16,4 Prozent und wird voraussichtlich bis Mitte 2026 auf hohem Niveau bleiben.
Trotz dieser Rückschläge entwickelte sich das Unternehmenssegment positiv: Die jährlichen wiederkehrenden Erträge (Annual Recurring Revenue, ARR) stiegen um 11 Prozent auf 241 Millionen Euro. Ein Rekorddeal in den USA trieb das Kerngeschäft mit Unternehmenslösungen um 19 Prozent nach oben. Allerdings verzeichnete der traditionelle Mittelstandsbereich einen leichten Umsatzrückgang.
Für die Zukunft setzt die Unternehmensführung auf Produktverbesserungen, darunter tiefere Integrationen mit Microsoft Intune sowie eine neue Partnerschaft mit Cybus. Zudem steht ein Wechsel vom MDAX in den SDAX bevor, was indexnachbildende Fonds zu Anpassungen ihrer Portfolios zwingen wird. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von lediglich 0 bis 3 Prozent bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 43 Prozent.
Der Aktienkurs litt stark unter den Entwicklungen und fiel von rund 178 Euro im März 2024 auf den Tiefstand von 4,48 Euro. Angesichts der stagnierenden Wachstumsprognosen und der anhaltenden Integrationsherausforderungen liegt der Fokus nun auf der Stabilisierung des operativen Geschäfts. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neuen Partnerschaften und Produktaktualisierungen die jüngsten Rückschläge ausgleichen können.






