19 March 2026, 14:24

Villeroy & Boch korrigiert Finanzprognose 2026 wegen Nahost-Krise drastisch nach unten

Balkendiagramm, das das Ausmaß der globalen wirtschaftlichen Verluste und den entsprechenden verlorenen Umsatz veranschaulicht.

Iran-Kriegswolken trüben Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch korrigiert Finanzprognose 2026 wegen Nahost-Krise drastisch nach unten

Villeroy & Boch senkt Finanzprognose für 2026 – Nahost-Konflikt belastet Geschäfte

Der Luxushersteller für Tischkultur und Badezimmerausstattungen, Villeroy & Boch, hat seine Finanzprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert und macht die eskalierende Krise im Nahen Osten dafür verantwortlich. Statt des ursprünglich erwarteten Wachstums rechnet das Unternehmen nun mit rückläufigen Erträgen. Schlüsselmärkte in Israel und den Golfstaaten sind zusammengebrochen, der Absatz liegt dort nahezu bei null.

Ursprünglich hatte Villeroy & Boch für 2026 ein bereinigtes Ergebnis von 75 bis 85 Millionen Euro prognostiziert. Doch der sich zuspitzende Konflikt – mit US-israelischen Luftangriffen auf den Iran, iranischen Vergeltungsschlägen gegen Golfstaaten und anhaltenden Hezbollah-Attacken – hat den Handel schwer beeinträchtigt. Bis März 2026 flohen über 300.000 Menschen aus dem Libanon, während brüchige Waffenruhen in Gaza und dem Südlibanon keine Stabilisierung brachten. Lieferketten leiden unter wiederholten Angriffen auf Energieanlagen, Infrastruktur und einer Massenflucht von Arbeitskräften.

Besonders hart trifft es das Unternehmen in zwei zentralen Absatzmärkten: In Israel und den Golfstaaten, wo Villeroy & Boch hochwertige Hotelausstattungen liefert, fallen die Umsätze komplett aus. Für April werden in diesen Regionen nur noch 30 Prozent der Vorjahreswerte erwartet. Insgesamt rechnet der Konzern nun mit einem Rückgang der Erlöse um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

Trotz der aktuellen Krise verzeichnete das Unternehmen 2025 noch ein leichtes Wachstum. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro, während sich der Nettogewinn von 6,6 Millionen Euro (2024) auf 14,7 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Zudem hatte Villeroy & Boch im vergangenen Jahr seine Strukturen gestrafft, das Produktionsnetzwerk optimiert und die Schließung des Werks in Roeselare, Belgien, vorbereitet.

Die überarbeitete Prognose markiert einen abrupten Wandel gegenüber der früheren Zuversicht. Da kein Ende des Konflikts in Sicht ist, muss das Unternehmen mit anhaltenden Umsatzeinbußen in einst lukrativen Märkten rechnen. Die bereinigten Erträge werden voraussichtlich sinken – und damit die Fortschritte des Jahres 2025 wieder zunichtemachen.

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