Bio-Dünger im Aufwind: Warum Hobbygärtner jetzt umdenken und Hersteller reagieren
Jonas KrausBio-Dünger im Aufwind: Warum Hobbygärtner jetzt umdenken und Hersteller reagieren
Der Biolandbau-Bereich wächst rasant – und zwar zwei- bis dreimal schneller als der konventionelle Markt. Gleichzeitig setzen steigende Kosten und Lieferkettenprobleme der Nachfrage nach synthetischen Düngemitteln zu, insbesondere bei Hobbygärtnern. Die Preise für diese Produkte dürften im kommenden Jahr aufgrund globaler Konflikte und hoher Spritkosten weiter anziehen.
Seit der COVID-19-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine steigen immer mehr Hobbygärtner auf Bio-Dünger um. Dieser Trend hat sich beschleunigt, da die Sorgen um Nachhaltigkeit und Selbstversorgung wachsen. Trotz dieser Entwicklung sind synthetische Düngemittel vorerst weiterhin weit verbreitet – die Hersteller haben die Rohstoffe für die aktuelle Saison bereits gesichert.
Doch die Kosten steigen. Ein Liter flüssiger Mineraldünger kostet im Handel derzeit etwa 12 Euro, doch Branchenexperten rechnen damit, dass der Preis bald auf 13 oder 14 Euro klettern könnte. Haupttreiber dieser Preiserhöhung ist der anhaltende Konflikt im Iran, der voraussichtlich die Produktionskosten für synthetische Düngemittel im Jahr 2025 in die Höhe treiben wird.
Lieferkettenstörungen verschärfen die Lage zusätzlich. Die explodierenden Dieselpreise erschweren den effizienten Transport von Waren. Die eigentliche Herausforderung besteht nicht nur darin, die Produkte zu beschaffen, sondern sie auch termingerecht und ohne hohe Aufschläge in die Läden zu bringen. Dennoch haben sich Unternehmen wie Compo angepasst: Mittlerweile sind etwa zwei Drittel ihres Sortiments an Erden und Pflanzenschutzmitteln auf Bio umgestellt – ein Zeichen für den Wandel der Marktnachfrage.
Während der Bio-Gartenbaumarkt weiter boomt, kämpfen synthetische Düngemittel mit steigenden Kosten und logistischen Hürden. Hobbygärtner müssen sich im nächsten Jahr auf höhere Preise für konventionelle Produkte einstellen, getrieben von geopolitischen Spannungen und Spritkosten. Vorerst bleibt die Versorgung jedoch stabil, und organische Alternativen werden immer zugänglicher.






