Erich von Däniken – der umstrittene Visionär der Prastronauten-Theorie ist tot
Lukas BauerErich von Däniken – der umstrittene Visionär der Prastronauten-Theorie ist tot
Erich von Däniken, der umstrittene Autor hinter der "Prastronauten"-Theorie, ist im Alter von 90 Jahren in der Nähe von Interlaken in der Schweiz gestorben. Sein erstes Buch, Erinnerungen an die Zukunft, das 1968 erschien, wurde trotz anfänglicher Skepsis von Kritikern und Verlagen gleichermaßen zu einem weltweiten Phänomen.
Von Dänikens Weg zum Ruhm war unwahrscheinlich. Als Autodidakt ohne formale Ausbildung arbeitete er zunächst als Koch und Hotelmanager, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Sein Manuskript, das zunächst als "Märchen für Erwachsene" abgetan wurde, durchlief umfangreiche Bearbeitungen durch Wilhelm Utermann, einen ehemaligen NS-Journalisten, der unter dem Pseudonym Wilhelm Roggersdorf schrieb. Der Verlag Econ Verlag druckte lediglich 6.000 Exemplare und erwartete kaum Erfolg.
Doch das Buch widerlegte alle Erwartungen. Es verkaufte sich millionenfach und erreichte schließlich über 70 Millionen verkaufte Exemplare weltweit – selbst in der Zeit des Kalten Krieges gelangte es in Ost- und Westdeutschland sowie im maoistischen China an Leser. Von Dänikens Ideen, wonach Außerirdische die Erde in urgeschichtlicher Zeit besucht und die menschliche Entwicklung beeinflusst hätten, faszinierten ein breites Publikum. Seine Thesen reichten von "Streitwagen am Himmel" bis hin zu verborgenen Metallbibliotheken in Ecuador und spekulativen Behauptungen über Kontakte zwischen Aliens und Menschen. Während einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung änderte sich sein finanzielles Schicksal schlagartig: Nach seiner Entlassung fand er sich dank des unerwarteten Bucherfolgs als wohlhabender Mann wieder. Später in seiner Karriere, nach der Trennung von Econ Verlag, veröffentlichte er vor allem beim Kopp Verlag, der ab den 2000er-Jahren zu seinem Hauptverlag wurde.
Von Dänikens Vermächtnis gründet auf einem einzigen, bahnbrechenden Buch, das die öffentliche Debatte über antike Geschichte und außerirdisches Leben nachhaltig prägte. Zwar blieben seine Ideen umstritten, doch ihre kulturelle Wirkung hielt über Jahrzehnte an. Sein Tod markiert das Ende einer Ära für einen Autor, der randständige Ideen zu einem weltweiten Verlagsphänomen machte.
