09 May 2026, 14:19

Eskalation bei Gedenkfeier: Rechtsextreme stören Befreiungsjubiläum in Halle (Saale)

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen mit einer Fahne zeigt, umgeben von Text und Blättern.

Eskalation bei Gedenkfeier: Rechtsextreme stören Befreiungsjubiläum in Halle (Saale)

Spannungen bei Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale)

Am vergangenen Wochenende eskalierten die Spannungen bei der Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale). Die eigentlich den Widerstandskämpfern gewidmete Feier wurde von politischen Gräben und einem umstrittenen Auftritt rechtsextremer Aktivisten überschattet. Veranstalter und Teilnehmer gerieten über das Zeigen russischer Symbole während der Zeremonie aneinander.

Die Feier begann mit der Niederlegung von Blumen im Gedenkhain für die deutschen Widerstandskämpfer. Gisela Döring von der VVN-BdA ehrte in ihrer Rede die Frauen und Männer, die sich während des Krieges gegen den faschistischen Terror auflehnten. Sie betonte ihren Mut angesichts der Unterdrückung.

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Die stellvertretende Oberbürgermeisterin Halles, Dr. Judith Marquardt, legte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen offiziellen Kranz nieder. Der Südfriedhof, auf dem die Veranstaltung stattfand, ist die letzte Ruhestätte von 977 sowjetischen Bürgern – nicht von Soldaten, die die Stadt befreit hatten.

Die Stimmung kippte, als Mitglieder der rechtsextremen „Haller Bewegung“ mit russischen Fahnen und Symbolen auftauchten. Ihre Anwesenheit löste unter Veranstaltern und Teilnehmern Empörung aus. Lukas Wanke von der VVN-BdA erklärte später, der Kampf der Widerstandskämpfer sei noch lange nicht vorbei. Ihr Vermächtnis „Nie wieder“ dulde keine Ausnahmen.

Eric Stehr von der Linken warnte davor, sich mit einem Regime gemein zu machen, das für Terror und Zerstörung stehe. Wanke ergänzte, die historische Rolle der Roten Armee dürfe nicht als Rechtfertigung für heutige Ungerechtigkeiten instrumentalisiert werden.

Die Veranstaltung endete mit deutlich sichtbaren Gräben, die die politischen Spannungen in der Stadt widerspiegeln. Zwar wurden die Widerstandskämpfer gewürdigt, doch der Auftritt der Rechtsextremen warf einen Schatten auf Teile der Feier. Die Kontroverse zeigt, wie sehr in Halle die Auseinandersetzung mit historischer Erinnerung und aktueller Politik weitergeht.

Quelle