Grüne in Rheinland-Pfalz verlieren Regierungsmacht nach 15 Jahren
Die Grünen haben bei der Landtagswahl 2026 in Rheinland-Pfalz etwa acht Prozent der Stimmen geholt. Spitzenkandidatin Katrin Eder, 49, setzte im Endspurt des Wahlkampfs stark auf Klimapolitik und grenzt sich damit deutlich von ihrem SPD-Koalitionspartner ab. Die vorläufigen Ergebnisse bestätigen, dass die Partei nach 15 Jahren in der Regierung nun in die Opposition wechselt.
Die Wahlbeteiligung lag bei 68,5 Prozent (vorläufig 69,5 Prozent) – ein Anstieg gegenüber 64,3 Prozent im Jahr 2021, aber noch unter den 70,4 Prozent von 2016. Briefwahlen machten 48,1 Prozent aus, ein Rückgang gegenüber 60,9 Prozent 2021, da die Corona-Beschränkungen gelockert wurden. Die Wahl war geprägt von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD, während die AfD – besonders durch TikTok-Kampagnen – vor allem bei jungen Wählern Zuwächse verzeichnete. Auch die Unterschiede zwischen Stadt und Land spielten eine Rolle: Höhere Wahlbeteiligung ging mit geringerer Unterstützung für AfD, Die Linke und BSW einher.
Eder, die seit 2011 als Umwelt- und Verkehrsdezernentin in Mainz und seit 2021 im Landesumweltministerium tätig ist, räumte das Risiko letzter Wahlverschiebungen ein. Dennoch zeigte sie sich stolz auf das Ergebnis der Grünen und kündigte an, die Große Koalition aus der Opposition heraus in Sachen Klimaschutz herauszufordern.
Die Grünen werden voraussichtlich etwa zehn Sitze im neuen Landtag halten und bilden dort gemeinsam mit einer gestärkten AfD die demokratische Opposition. Während Eder als mögliche Fraktionsvorsitzende gilt, kommen auch die aktuelle Fraktionschefin Pia Schellhammer und die ehemalige stellvertretende Ministerpräsidentin Katharina Binz infrage.
Künftig agieren die Grünen als kleinste demokratische Oppositionskraft im Landtag. Mit zehn Abgeordneten wollen sie die Klimadebatte von außen mitgestalten. Das Wahlergebnis markiert das Ende ihrer 15-jährigen Regierungsbeteiligung.






