14 June 2026, 12:14

Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Debatte um Minderjährige zurück

Die Unheimlichkeit Hat Viele Seiten

Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Debatte um Minderjährige zurück

Eine aktuelle Debatte hat die Diskussion über die Darstellung minderjähriger Schauspieler in älteren Filmen neu entfacht. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung aus dem Jahr 1975, in dem Nastassja Kinski im Alter von 13 Jahren in einer halb nackten Szene zu sehen ist. Die Debatte wirft die Frage auf, wie mit solchem Material heute umgegangen werden soll – und die Meinungen dazu gehen weit auseinander.

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Nastassja Kinski hatte sich bereits lange dafür eingesetzt, die umstrittene Szene aus Falsche Bewegung entfernen zu lassen. Erst als Regisseur Wim Wenders ihre Bitte öffentlich ablehnte, fand ihr Anliegen breitere Unterstützung. Die Diskussion weitete sich aus: Einige plädierten dafür, Filme je nach Ausstrahlung oder regionalen Standards zu bearbeiten, andere betonten, das ursprüngliche Kunstwerk zu bewahren.

Kern des Problems ist die Sexualisierung einer 13-Jährigen im Film – eine Praxis, die heute weitgehend als unangemessen gilt. In die Debatte brachten sich auch andere Schauspielerinnen ein, die als Kindstars ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Jodie Foster, die mit 12 Jahren in Taxi Driver mitspielte, sprach später mit Humor über ihre Rolle, während Brooke Shields, die in Pretty Baby eine 11-jährige Kinderprostituierte verkörperte, es als unangenehm empfand, ihre Mitwirkung in einem als „unmoralisch“ gebrandmarkten Film rechtfertigen zu müssen. Auch Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst äußerten sich zur Verantwortung des Publikums bei der Interpretation solcher Filme.

Die Diskussion nahm eine differenziertere Wendung und vermied es, Wenders pauschal mit anderen Skandalen in Verbindung zu bringen. Schließlich entschuldigte sich der Regisseur bei Kinski und zog den Film aus dem Verkehr.

Die Debatte zeigte, wie komplex der Umgang mit problematischen Inhalten in älteren Filmen ist. Sie zwang viele dazu, sich mit dem Erbe solcher Werke auseinanderzusetzen – und mit der grundsätzlichen Frage, wie man ihnen heute verantwortungsvoll begegnen kann. Die Rücknahme von Falsche Bewegung ist ein konkreter Schritt als Reaktion auf diese Bedenken.

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