Bremens Eiswetten: Warum der Schneider 2024 nicht über die Weser lief

Admin User
2 Min.
Ein Nahaufnahme von Zwiebeln, Kartoffeln und Kohlsorten.

Wette auf Kohl - Ist die Weser zugefroren? - Bremens Eiswetten: Warum der Schneider 2024 nicht über die Weser lief

Jeden Januar lässt Bremen eine 195 Jahre alte Tradition wieder aufleben, um zu prüfen, ob die Weser zugefroren ist. Das als Eiswetten bekannte Spektakel zieht Hunderte von Zuschauern an und umfasst einen Schauspieler, der als Schneider verkleidet ist. In diesem Jahr fand das Ritual erneut statt – doch das Eis des Flusses war erneut zu dünn für die ursprüngliche Herausforderung.

Die Tradition begann 1829, als 18 Bremer Kaufleute wetteten, ob die Weser bis Anfang Januar zufrieren würde. Ihre Wette führte zu einem ungewöhnlichen Test: Ein Schneider sollte mit einem glühenden Bügeleisen über den Fluss laufen. Hielt das Eis, gewannen die Kaufleute; brach es ein, verloren sie.

Seit Jahrzehnten schlüpft der Schauspieler Heiko Feldmann bei der jährlichen Nachstellung in die Rolle des Schneiders. Die Veranstaltung findet stets am dritten Samstag im Januar statt, gefolgt von einem Festmahl für rund 800 Gäste. Traditionelle Gerichte wie Grünkohl mit Pinkelwurst werden serviert, während Spenden für die Seenotrettung gesammelt werden. In den letzten Jahren musste der Schneider jedoch auf ein Boot ausweichen, statt zu Fuß den Fluss zu überqueren. Die Weser friert nur noch selten so stark zu, dass der ursprüngliche Test möglich wäre – doch das Ritual lebt als Hommage an die Geschichte weiter.

Die Eiswetten zählen nach wie vor zu den kuriosesten Winterbräuchen Bremens. Auch wenn der Schneider heute nicht mehr über das Eis läuft, ehrt die Veranstaltung ihre Ursprünge und unterstützt einen guten Zweck. Nächstes Jahr kehren die Wette – und das Festmahl – wieder zurück.

Neueste Nachrichten
Ein Esel steht auf einer schneebedeckten Fläche neben einem hölzernen Zaun, mit Pflanzen im Hintergrund.
Pferderennen 2 Min.

Wintertauglich: Warum Hufeisen bei Pferden im Schnee oft abgenommen werden müssen

Schneeballen unter den Hufen, schmerzhafte Bewegungen: Im Winter leiden viele Pferde unter falschem Beschlag. Doch es gibt sichere Lösungen – ohne Hausmittel-Tricks.

A church is prominently displayed in the center of the image.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Bistum Osnabrück führt strenge Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch ein

Wie ein Bistum aus der Vergangenheit lernt: Neue Regeln, direkte Gespräche mit Opfern und eine unabhängige Aufsicht sollen Vertrauen zurückgewinnen. Doch reicht das?

Eine belebte Stadtstraßenszene mit Geschäften, Zelten, Schirmen, Fahrzeugen und Menschen im Vordergrund und Gebäuden im Hintergrund sowie Abfall auf der Straße.
Daten- und Cloud-Computing 2 Min.

Sprengungen an Geldautomaten sinken – doch die Sparkassen zahlen den Preis

Der Kampf gegen Geldautomatensprengungen zeigt Wirkung – doch wer trägt die Rechnung? Regionale Banken investieren Millionen, während Großanbieter oft sparen. Ein System, das Ungleichheit fördert.

Kinder auf Bänken im Vordergrund, mit Erwachsenen, die sie führen, und einem Hintergrund mit Stühlen, einer Tür, einem Fenster, einem Tisch, Ballons und Text oben.
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

Unkels Marienkindergarten als Deutschlands beste Kita 2025 ausgezeichnet

Wie eine kleine Kita Großes schafft: Inklusion, Kreativität und ein Team, das Kinder wirklich sieht. Doch die Politik muss jetzt handeln.

Ein Baby unter einer Babyliege mit einem Warnaufkleber auf der linken Seite.
Banken und Versicherungen 2 Min.

Volksbank spendet 1.000 Euro für Frühgeborene im Kemperhof-Kinderkrankenhaus

Wie eine Spende der Commerzbank RheinAhrEifel Leben rettet: Moderne Geräte und Personal für die kleinsten Patienten. Jeder Euro zählt – doch es braucht noch mehr Hilfe.

Eine Gruppe von lachenden Menschen, die an einem Tisch mit Gläsern, Papieren, Weinflaschen und Flaschen sitzen, eine Flagge auf der rechten Seite und Vorhänge an der Wand.
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

Jeder Dritte mit Migrationshintergrund denkt über Auswanderung vor der Bundestagswahl 2025 nach

Diskriminierung, Bürokratie und politische Unzufriedenheit treiben viele zum Nachdenken über einen Neuanfang im Ausland. Doch nur wenige setzen es um. Warum?