Stromausfall in Berlin: 200 Geflüchtete finden kurzfristig Schutz in Tegel-Terminal C
Niklas NeumannFlüchtlinge in andere Unterkünfte verlegt - Stromausfall in Berlin: 200 Geflüchtete finden kurzfristig Schutz in Tegel-Terminal C
Ein großer Stromausfall im Südwesten Berlins hat die Verlegung von etwa 200 Geflüchteten in Notunterkünfte am ehemaligen Flughafen Tegel erzwungen. Die Maßnahme erfolgte kurzfristig, nachdem Terminal C innerhalb weniger Stunden zu einer provisorischen Unterkunft für die Berliner Bevölkerung umfunktioniert worden war. Die Einrichtung, die ursprünglich erst 2026 eröffnet werden sollte, beherbergt nun einige der schutzbedürftigsten Berlinerinnen und Berliner. Die Notunterkunft in Terminal C wurde am Samstag in Betrieb genommen – Personal, Sicherheitskräfte und Verpflegungsdienste waren innerhalb von weniger als zwei Stunden einsatzbereit. Unter den 200 bereits untergebrachten Berlinerinnen und Berlinern befinden sich zehn Personen mit akutem medizinischem Bedarf, darunter solche, die auf Beatmungsgeräte angewiesen sind. Trotz des plötzlichen Zustroms bleibt die Lage im Terminal ruhig. Der ehemalige Flughafen Tegel hat in den vergangenen Jahren mehrere Umnutzungen durchlaufen. Das Unternehmen GOLDBECK, das für die Umgestaltung verantwortlich zeichnet, hatte das erste Notunterkunftsprojekt bereits 2022 abgeschlossen. Eine größere Einrichtung auf dem Gelände, die zuvor wegen unzumutbarer Lebensbedingungen in der Kritik stand, wurde jedoch im Dezember geschlossen. Nun entsteht ein neues Aufnahmelager nach EU-Standard, das bis zu 2.600 Berlinerinnen und Berliner aufnehmen soll. Aktuell sind in Terminal C 500 vorübergehende Plätze eingerichtet, von denen 200 bereits belegt sind. Die Unterkunft sollte eigentlich erst am 6. Januar 2026 eröffnet werden, doch der Stromausfall zwang zu einer vorzeitigen Inbetriebnahme. Die Stadt passt ihre Pläne weiterhin an, da der Bedarf an Notunterkünften in Berlin steigt. Die schnelle Eröffnung von Terminal C unterstreicht Berlins anhaltende Bemühungen, die Unterbringung von Geflüchteten angesichts unerwarteter Herausforderungen zu bewältigen. Mit 200 bereits umgesiedelten Berlinerinnen und Berlinern und weiteren verfügbaren Kapazitäten bietet die Einrichtung sofortige Entlastung, während an langfristigen Lösungen gearbeitet wird. Das neue EU-konforme Zentrum wird nach seiner Fertigstellung die Kapazitäten am Standort des ehemaligen Flughafens deutlich erweitern.
