Altersarmut erreicht 2024 traurigen Rekord: 3,75 Millionen Rentner betroffen

Admin User
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Eine animierte Abbildung von mehreren Frauen, die nebeneinander stehen und einander ähneln, mit Zahlen von 04 bis 08 und einer weiteren Zahl 19 darauf, wobei einige Gesichter flackern.

3,7 Millionen Rentner in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen - Altersarmut erreicht 2024 traurigen Rekord: 3,75 Millionen Rentner betroffen

Altersarmut in Deutschland hat 2024 mit fast 3,75 Millionen betroffenen Rentnerinnen und Rentnern einen neuen Rekordwert erreicht – die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen. Das geht aus Daten hervor, die die Partei BSW beim Statistischen Bundesamt angefordert hat. Expertinnen und Experten warnen, dass sich die Lage schneller verschärft als in den Vorjahren.

Zwischen 2022 und 2024 stieg die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Rentner um 328.000 – ein Anstieg von 9,6 Prozent. Besonders stark betroffen sind Frauen: 2024 waren 2,267 Millionen Rentnerinnen gefährdet, während es bei den Männern 1,477 Millionen waren. Die Schere ging weiter auseinander, da in diesem Zeitraum zusätzlich 184.000 Frauen und 144.000 Männer in die Altersarmut abrutschten.

Als armutsgefährdet gilt, wer mit weniger als 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens auskommen muss. Soziale Ausgrenzung umfasst schwere materielle Entbehrungen oder das Leben in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. 2024 erfüllten 21,2 Prozent aller Rentner mindestens eines dieser Kriterien – 2022 waren es noch 19,8 Prozent. Deutschlands Rentensystem zählt zu den schlechtesten Europas, mit Leistungen, die etwa zehn Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt liegen. Während das Armutsrisiko in der Gesamtbevölkerung stabil bei 21,1 Prozent blieb, stieg es bei Rentnern deutlich stärker an. BSW-Co-Vorsitzender Fabio De Masi bezeichnete die Altersarmut als "Deutschlands größten sozialen Zündstoff" und unterstrich die Dringlichkeit des Problems.

Die aktuellen Zahlen bestätigen eine wachsende Krise unter Rentnerinnen und Rentnern, von der Frauen überproportional betroffen sind. Die 3,75 Millionen gefährdeten Menschen markieren einen historischen Höchststand und werfen Fragen nach der langfristigen finanziellen Sicherheit auf. Ohne Gegenmaßnahmen droht sich der Trend fortzusetzen, da die Rentenhöhe hinter denen der Nachbarländer zurückbleibt.