06 January 2026, 14:47

Canyon setzt auf radikale Wende: Wie Roman Arnold die Marke zurück an die Spitze führt

Viele Fahrräder stehen eng beieinander in einer Outdoor-Umgebung.

Canyon setzt auf radikale Wende: Wie Roman Arnold die Marke zurück an die Spitze führt

Canyon, einer der größten Fahrradhersteller Europas, durchläuft unter seinem Gründer Roman Arnold tiefgreifende Veränderungen. Der 62-Jährige übernahm im September 2024 die Geschäftsführung und treibt nun eine Straffung der Unternehmensstrukturen voran, während er gleichzeitig die Expansion in neue Märkte vorantreibt. Trotz aktueller Absatzschwierigkeiten bleibt das Unternehmen ehrgeizig: Bis 2028 soll der Jahresumsatz auf eine Milliarde Euro steigen.

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Arnold formte aus dem kleinen Fahrradladen seines Vaters das heutige Canyon – eine Marke, die für hochwertige Rennräder steht. 2020, während des pandemiebedingten Fahrradbooms, erwarb die Investmentgruppe GBL (ehemals Triton Partners) die Mehrheit an Canyon und bewertete das Unternehmen mit 800 Millionen Euro. Arnold behielt trotz einer späteren Abwertung um 43 Prozent – bedingt durch stagnierende Verkäufe – einen Anteil von 35 Prozent.

Für 2025 wird ein Umsatzrückgang von fünf Prozent auf rund 750 Millionen Euro erwartet – fast das Doppelte des Niveaus vor der Pandemie. Arnold lenkt das Unternehmen nun zurück zu seinen Stärken: hochwertige Fahrräder zu wettbewerbsfähigen Preisen. Gleichzeitig will er bürokratische Hürden abbauen und die Profitabilität steigern. Das Ziel: eine EBITDA-Marge von zehn Prozent – über dem Branchendurchschnitt von acht Prozent. Neben der Restrukturierung expandiert Canyon im deutschen Einzelhandel und eröffnete kürzlich Filialen in München; Frankfurt soll folgen. 2025 betrat die Marke zudem den chinesischen Markt und nutzt ihren Ruf im Profi-Radsport, um Kunden zu gewinnen. Arnolds Strategie verbindet Kostendisziplin mit Wachstum und zielt auf eine "profitable Expansion" in den kommenden Jahren ab.

Seine Rückkehr an die Unternehmensspitze folgte auf den Abgang des früheren Nike-Managers Nicolas de Ros Wallace, der Canyon seit 2021 geführt hatte. Unter Arnold kehrt das Unternehmen zu seinen radsportlichen Wurzeln zurück – mit klarem Fokus auf Leistung und Marktpräsenz.

Die Zukunft von Canyon hängt davon ab, ob es Arnold gelingt, Effizienz und Expansion in Einklang zu bringen. Die Erschließung Chinas und die neuen Standorte in Deutschland signalisieren Vertrauen in die Markenstärke. Mit dem Ziel von einer Milliarde Euro Umsatz bis 2028 bleibt der Fokus auf Premium-Fahrrädern – bei gleichzeitig optimierten Unternehmensabläufen.