09 March 2026, 14:23

Apothekenbranche bleibt frauendominiert – doch Lohnungleichheit und Führungslücken bestehen

Eine Apothekerin in einem weißen Laborkittel spricht mit einer sitzenden Frau in einer Apotheke, mit Regalen voller Schachteln und anderen Gegenständen im Hintergrund.

Apothekenbranche bleibt frauendominiert – doch Lohnungleichheit und Führungslücken bestehen

Apothekenbranche bleibt frauendominiert – doch Ungleichheit bei Bezahlung und Führungspositionen besteht fort

In Deutschlands Apothekensektor arbeiten nach wie vor überwiegend Frauen – doch bei Löhnen und Karrierechancen herrscht weiterhin Ungleichheit. Innerhalb des letzten Jahrzehnts stieg der Frauenanteil von 68 auf 75 Prozent der Beschäftigten. Während Frauen fast alle unterstützenden Positionen besetzen, sind Männer in den meisten Führungsfunktionen vertreten. Zwar gibt es Bemühungen wie flexible Arbeitszeitmodelle und Kampagnen gegen Vorurteile am Arbeitsplatz, doch die Herausforderungen bleiben bestehen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Laut aktuellen Zahlen sind 89,2 Prozent der Beschäftigten in öffentlichen Apotheken Frauen. Noch höher ist der Anteil bei Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) mit 97,5 Prozent, während 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) weiblich sind. In der Ausbildung sind 74,8 Prozent der Pharmaziestudierenden im Praktikum (PhiP) Frauen, und 74,1 Prozent der approbierten Apothekerinnen sind weiblich.

Trotz dieser Dominanz bestehen weiterhin Lohnunterschiede und Karrierehindernisse. Im Schnitt verdienen Frauen bei gleicher Tätigkeit 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer. Zudem tragen sie den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit: Sie übernehmen zwei Drittel der Kinderbetreuung, den Großteil der Haushaltsaufgaben und einen großen Teil der Pflege von Angehörigen.

Seit 2020 setzen sich die ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) und das Bundesgesundheitsministerium für Veränderungen ein. Dazu gehören der Wettbewerb "Familienfreundliche Apotheke", flexible Arbeitsmodelle zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Kampagnen gegen geschlechtsspezifische Ungleichheit. Gefordert werden weiterhin stärkerer Kündigungsschutz für Teilzeitkräfte und eine gerechtere Anerkennung von Pflegearbeit in der Rentenversicherung.

Obwohl der Apothekensektor überwiegende von Frauen geprägt ist, halten sich Lohnungleichheit und Führungsdefizite hartnäckig. Staat und Branche versuchen, mit flexiblen Arbeitszeiten und Antidiskriminierungsmaßnahmen gegenzusteuern. Nun geht es darum, dass diese Veränderungen auch im Arbeitsalltag Wirksamkeit entfalten.

Quelle