Apothekengebühr steigt auf 7,70 Euro – doch die Branche protestiert gegen unzureichende Entschädigung
Niklas NeumannApothekengebühr steigt auf 7,70 Euro – doch die Branche protestiert gegen unzureichende Entschädigung
Die feste Apothekengebühr in Deutschland ist von 7,17 Euro im Jahr 2021 auf 7,70 Euro im Jahr 2025 kontinuierlich gestiegen. Diese Erhöhung geht auf politische Reformen zurück, darunter die Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG-ÄG) von 2022 und das AMNOG-Reformpaket 2025. Apotheker:innen argumentieren jedoch, dass diese Anpassungen ihre steigenden Kosten und die wachsende Arbeitsbelastung nach wie vor nicht decken.
2022 verzeichnete das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem (GKV) einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro. Dennoch erklärte der GKV-Spitzenverband, die Mittel reichten nicht aus, um die Rücklagen vollständig aufzufüllen.
Das AMG-ÄG 2022 führte dynamische Gebührenstrukturen ein, während die AMNOG-Reformen 2025 die Gebühren für kleinere Packungsgrößen anhoben. Im selben Jahr bestätigte das Bundesverfassungsgericht die Rechtmäßigkeit dieser Gebühren – doch die Debatten über Kostendeckung und Arzneimittelpreise hielten an.
Frank-Martin Welzig, Inhaber der Hils-Apotheke in Delligsen, Niedersachsen, kritisierte das System in einem Brief an Gesundheitsministerin Nina Warken. Er betonte, dass Apotheken durch Rabattverträge zwar Einsparungen erzielten, dafür aber unzureichend entschädigt würden. Den aktuellen Entwurf zur Apothekenreform, der keine Erhöhung der Festgebühr vorsieht, bezeichnete Welzig als "Schlag ins Gesicht" für den gesamten Berufsstand.
Zusätzlich sehen sich Apotheker:innen mit weiteren Belastungen konfrontiert, etwa häufigen Medikamentenwechseln und verunsicherten Patient:innen. Diese Herausforderungen tragen zur wachsenden Unzufriedenheit in der Branche bei.
Die Apothekengebühr liegt nun bei 7,70 Euro, doch Branchenvertreter:innen bestehen darauf, dass sie die tatsächlichen Aufwendungen nicht widerspiegelt. Angesichts anhaltender Reformen und finanzieller Zwänge zeigt sich der Konflikt zwischen Apotheken und Krankenkassen weiterhin ungelöst. Die Bundesregierung hat die von Welzig und anderen vorgebrachten Bedenken bisher nicht aufgegriffen.
